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VFD und der Wolf – quo vadis ?

Die Lage mit der Rückkehr des Wolfs in Deutschland spitzt sich immer mehr zu. Diskussionen dazu werden immer mehr nur emotionell geführt ohne sich über die Fakten zu informieren.  Bei der Aufnahme des Wolfs in die Liste der besonders gefährdeten Tierarten hatte man wohl nicht mit einem derart exponentiellen Wachstum der Wolfspopulation in Europa gerechnet. In Deutschland schätzt man die Wolfspopulation aktuell auf ca. 2000 Tiere mit einem jährlichen Wachstum von ca. 30 % pro Jahr. Mit der Zunahme der Wolfspopulation stieg proportional auch die Zahl der Nutztierrisse so dass es 2020 bereits zu 4000 Nutztierschäden kam.

Die mehrheit von Delegierten der VFD-Landesverbände hatten sich bisher für eine neutrale Position der VFD zum Thema Wolf ausgesprochen.
Der Landesverband Bayern kam nach der letzten Mitgliederversammlung zu dem Ergebnis, dass die steigenden Probleme zwischen Wolf und Pferdehaltern eine klare Positionierung der VFD zum Schutz der Pferde erfordern.  Neben den Herdenschutzmaßnahmen sind weitere Maßnahmen zum Schutz der Pferde erforderlich.
Der Landesverband Bayern hat daher auf der Bundesdelegiertenversammlung anfang Mai folgende Anträge gestellt:

1. Die Delegierten mögen beschließen, dass die Ausrichtung der VFD zum Thema Wolf über den zwingend notwendigen Herdenschutz hinaus durch weitere Maßnahmen ergänzt wird.
2. Die VFD setzt sich für eine definierte Obergrenze der Wolfspopulation ein.
3. Die VFD setzt sich für die Umsetzung der bereits vorhandenen Möglichkeiten der Wolfsentnahme ein.
4. Die VFD setzt sich für eine Änderung der Gesetzeslage zugunsten eines regional differenzierten Bestandsmanagements ein, wie es auch der Koalitionsvertrag vorsieht.

5. Die Delegierten mögen beschließen, dass der Kooperationsvertrag mit dem Verband zum
Schutz des Wolfes mit sofortiger Wirkung zu beenden ist.

Nach längerer Diskussion wurden die Anträge bis auf Antrag 2 mit Mehrheit der anderen Bundesländer angenommen und beschlossen.
Der Antrag 2 wurde bis zur nächsten Bundesdelegiertenversammlung zurückgestellt, da man hierzu noch Expertenmeinungen einholen möchte

Die VFD stellt damit klar, dass der Schutz der Pferde und anderer Equiden sowie das ungehinderte Reiten in der freien Natur gemäß ihrer Satzung vor dem Schutz des Wolfs kommt. Erhaltung des Wolfs im Rahmen des Naturschutzes kann daher nur ein sekundäres Ziel sein, welches aber federführend von anderen Verbänden angestrebt wird.

Die geforderten Maßnahmen sind auch Bestandteil des Koalitionsvertrages und zu deren Umsetzung ist die Politik gefordert. Nachdem man sich in der Regierung lange zurückgehalten hat, wurde die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen inzwischen auch erkannt.

Heiner Natschack
2. Vorsitzender
VFD-Bayern

Link zur Begründung der Anträge

Link zur Stellungnahme des 2. Vorsitzender VFD-Bayern

Link zur Stellungnahme des Bundeslandwirtschaftsministeriums

 

Letzte Änderung am Sonntag, 22 Mai 2022 12:50

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