Workshop zur Pferdesprache beim VFD-Kreisverband Bamberg

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Für den Kreisverband Bamberg hat dessen Vorsitzende Renate Baierl Anfang November 2019 für zahlreiche Interessierte einen Workshop zur Thema „Pferdesprache“ angeboten. Und es entwickelte sich ein spannender Abend, der zunächst den Unterschied von Kommunikation mit dem Pferd und Pferdesprache thematisierte.

 

 

Dabei wurde deutlich: Pferdesprache, also die Sprache der Pferde untereinander und mit dem Menschen, ist für Reiterinnen und Reiter zunächst einmal eine Fremdsprache, die weit über eine Kommunikation mit dem Pferd, z.B. zu Ausbildungszwecken, hinausgeht. Pferde unterhalten sich untereinander und auch mit dem Menschen, wenn er es verstehen kann, in ihrer Muttersprache, dem Pferdischen: Sie reden mit ihrem Körper in verschiedenen Vokabeln (z.B. den Kopf zur Seite Nehmen als Vokabel für „Ich gebe Dir Raum, du bist der, der das Sagen hat“ oder dem Anrempeln – „ich kann in deinen Raum, ich bin der Chef“). Sie reden auch damit, wie sie im Raum stehen, und auch zum Ausbilder (z.B. direkt gegenüber als Zeichen der vollen, seitlich gegenüber der noch nicht überzeugten Aufmerksamkeit). Sie reden mit Lauten, wie Schnauben und Prusten, und mit Atmen. Weitere Aspekte der Pferdesprache sind die Ausdrucksformen der Rangrituale, wie z.B. das längere Einkreise von Pferd oder Mensch als Zeichen der Ranghoheit. Besprochen und mit Erfahrungen der Teilnehmenden belegt wurden dazu die Themen der Dominanz, der Fähigkeiten eines Leittieres in einer Herde und wie ein Pferdemensch pferdisch, also in der Sprache der Pferde, seinen Rang klären kann. Verdeutlicht wurde dabei, dass in den Herden in unseren Ställen, weil sie sich meist nicht über einen längeren Zeitraum in einem Pferdefamilienverband entwickeln konnten, Tiere unterschiedlicher Rassen und Aufzucht eher zufällig in einem kleinen Territorium zusammen kommen. Trotzdem versuchen sie für ihr Miteinander angeborene und erworbene Verhaltensweisen größtenteils friedlich zu regeln. Lese ich als ReiterIn diese Regeln und Vokabeln aufmerksam und versuche sie selbst mit meiner Körpersprache auszudrücken, eröffnet sich mir die Chance, auf der Ebene der Pferde zu kommunizieren und Vertrauen aufzubauen. Denn nur wenn sich mein Pferd verstanden fühlt, wird es Sicherheit spüren, sich mir anschließen und freiwillig, fein und ohne Druck lernen wollen.

Der Abend wurde damit abgerundet, dass verschiedene Vokabeln, Rituale und Regeln der Pferdesprache benannt, besprochen und dargestellt wurden. Spannend war auch der Austausch über die unterschiedlichen Pferdtypen in den Herden. Weil als Fazit benannt wurde, dass die Auseinandersetzung mit der pferdeeigenen Sprache viele neue Aspekte und Impulse bringen kann, wird das Thema weitergeführt. Interessenten für einen weiteren Workshop zur Sprache der Pferde melden sich bitte unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

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Letzte Änderung am Samstag, 29 Februar 2020 21:19