Internationale Starnberger-See-Rundfahrt (nur alle 5 Jahre)

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In flottem Trab um den See: Internationale Starnberger-See-Rundfahrt (nur alle 5 Jahre)
 
Die Traditions-Stil-Streckenfahrt über 75 km rund um den Starnberger See für Zwei- und Mehrspänner fand am Samstag,15.September statt. Schirmherrin der Veranstaltung war Marlene Greinwald, die Bürgermeisterin von Tutzing (Nähe Start- und Zielort). Gegen 6.30 Uhr ging der erste Teilnehmer in Traubing an den Start, die anderen folgten im Fünf-Minuten-Takt. Sie wurden am Start bewertet von einem dreiköpfigen Richterteam: Daniel Würgler aus der Schweiz, Reinhold Trapp aus Frankreich und Nigel Whiting, einem geb. Engländer. Sie vergaben Punkte für Kutschen, das Geschirr die Pferde und die Fahrer und Beifahrer (Kleidung etc.) Es wurde  wie vor 100 - 120 Jahren gefahren. Die Traditionsfahrt war nur für geübte Kutscher (ab 18 Jahre) mit gut trainierten Pferden und mit  möglichst historischen Kutschen ausgeschrieben. Zwei Tierärzte (Florian Hörmann und Lisa Plesch) überprüften und beurteilten die Kondition der Pferde durch Messung von Puls und Atmung auf der Strecke: einmal vormittags und einmal nachmittags. Übrigens, es waren alle Pferderassen erlaubt; die Pferde mussten nur fünf Jahre und älter sein; die Zeit spielte eine untergeordnete Rolle (Gesamtzeit 10 Std.; davon 8 Std. Fahrzeit und 2 Std. Pausen). Es  ist tatsächlich die längste Eintages-Stil-Streckenfahrt Europas. Die Einzelheiten u.a.  - Teilnehmer und Start-Nr. - konnte man einem Programmheft entnehmen.

Von 33 gemeldeten Gespannen gingen schlussendlich 31 Teilnehmer an den Start: 20 Zweispänner, 1 Dreispänner (Einhornanspannung), 9 Vierspänner und sogar 1 Sechsspänner mit Isländern. 30 Teilnehmer erreichten das Ziel. Veranstalter dieser Rundfahrt mit Kutschen und Pferden ist - seit 1983  - der Reit- und Fahrverein Weilheimer Pferdefreunde e.V. Sie findet nur alle fünf Jahre statt, d.h. zum achten Mal!

Die Zuschauer hatten an zwei Stellen (am Ost- und Westufer) die Gelegenheit, die Gespanne zu sehen:
Sie wurden ab 11 Uhr vor dem Landhotel Huber in Ambach den Zuschauern vorgestellt und von Helmut Meidert und Peter Schröfl fachmännisch kommentiert. Über 100 bis 120 Zuschauer nahmen die Gelegenheit wahr.
Ab 13 Uhr auf Gut Schalleck vor Seeseiten (nach der Jet-Tankstelle in Seeshaupt) moderierte Hans-Peter Junginger vor ca. 80 bis 100 Zuschauern.
 
Die Besonderheit: Es gab Bier und alkoholfreie Getränke von der neugegründeten Seeshaupter Brauerei "Unser Dorfbräu", verschiedene Kaffeesorten wurden aus einem Oldtimer-Truck (Steyr 480/Baujahr 1962) serviert von der Kaffeerösterei Starnberg und Wolfi Schelbert aus Seeshaupt spielte Krainer-Melodien auf der Ziehharmonika vor einem englischen Bäckerwagen (Baker Van aus London/Baujahr 1906).  Zusätzlich gab es eine kleine Verlosung: Fam. Hirschauer aus Hechenwang gewann eine Kutschfahrt!

Besonders erstaunlich war es, wie fit die Pferde immer noch nach ca. 50 km waren. Auch den Endspurt über die Ilkahöhe zurück nach Traubing bewältigten die Pferdegespanne ohne große Mühe. Ja, die Tierarztwerte waren sogar meist besser als bei der ersten Messung am Vormittag. Über 80 Pferde standen vorübergehend auf dem Anwesen der Fam. Doll in Traubing (Start/Ziel). 

Alle Teilnehmer waren voll des Lobes über die gute Organisation und versprachen, in fünf Jahren möglichst wieder dabei zu sein. Sehr begeistert zeigten sich die Teilnehmer aus Norddeutschland und dem benachbarten Ausland (aus Österreich, der Schweiz und Belgien) von der schöne Landschaft. Das ‚entschleunigende‘ Reisen in einer Geschwindigkeit von 6 - 10 Stundenkilometern in einer von Pferden gezogenen Kutsche hat ihren ganz besonderen Reiz, noch dazu im Stil von ‚Anno-dazumal'.

Die Fahrerbesprechung fand bereits am Freitag im Golfhotel Kaiserin Elisabeth in Feldafing statt. Der Festabend mit Siegerehrung im Dorfstadl in Traubing am Samstagabend im Anschluss an die Fahrt selbst war ein wirklich rundum gelungenes Fest.
Text: H.-P. Junginger

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Letzte Änderung am Freitag, 28 September 2018 13:25