Ein dickes Dankeschön an Verena Eckert und Heidi Seidl-Weinfurtner!

Am früher Morgen des zehnten Juli machten sich einige IMGP3668VFDlerInnen auf zu einem ungewöhnlichen Tag im Norden von München. Auf dem Gelände der Vielseitigkeitsreiter-Familie Held trafen wir uns um unter der Anleitung von Heidi Seidl-Weinfurtner das Überwinden von Geländehindernissen zu üben. Nicht, dass wir uns als Konkurrenz zu dem morgendlichen Training der Buschreiter sehen - nein, es geht um eine Art Selbstüberwindung, Neugierde und schließlich: als Wanderreiter können einem immer ein Baumstamm oder tückische Bodenverhältnisse begegnen.


HeidiHeidi hat den Kurs, der aus zweimal eineinhalb Stunden Reiten bestand, sorgfältig aufgebaut. Begonnen wurde mit Seitengängen an der Hand, um die Hüften und Lendenwirbelsäule des Pferdes zu öffnen.  Die Pferde kauen an der Hand ab und kommen in eine positive Hals- und Kopfhaltung, ganz ohne Ausbinder und Zügelgezubbel. Nun schwingen wir uns in die Sättel und lösen die Pferde im Schritt, Trab und Galopp. Heidi gewinnt Eindrücke von Können und Einstellung der Reiter und Pferde. Grundlagenerklärungen folgen vor dem ersten Sprung - und dann gehts los.
Den Hügel hoch ... und wieder runter.
Den Hügel hoch und über einen Sprung, noch höher ... und wieder runter.
Dann den Hügel hoch und mit dem Sprung herunter.
Den anderen zuzuschauen war, wie so oft, aufregender als es dann selbst zu wagen. Wenn es mir zu hoch erschien, bin ich flugs mal runter vom Pony, habe ihn alleine hüpfen lassen, schnell wieder drauf und zusammen hinüber. Wir wagten immer mehr und schwitzten immer mehr bis wir ins Wasser durften. Die Familie Held hat einen Bach durch ihr Grundstück fließen, in dem sie Ausbuchtungen und Inseln eingebaut haben. Hier wurde ausgiebig geplanscht, hineingeritten und hinausgesprungen.IMGP3601 Auf die Insel gehopst, umdrehen und, nach mehr oder weniger Zögern, wieder hinunter. Die Sätze wurden oft überraschend weit, man konnte schon von Fliegen sprechen.
Mancher wurde an die Erfahrungen aus dem früher üblichen Reitunterricht erinnert, bei mir war aufgrund der häufigen Stürze der innere Schweinehund recht groß. Am Abend mussten wir lachen, als wir unsere verkramften Gesichter auf den Fotos unseres Haus- und Hoffotografen Peter Schießl sahen. Anbei gleich ein Mega-Dankeschön an Peter, der mittags zu uns kam, nur um uns zu fotografieren.
Auch ein großes Danke-Dir an Dietmar Köstler, der von der traurigen Prognose seiner Stute erzählte und dennoch kam, noch dazu als Chauffeur. Er durfte auf Juttas Sandor das Glück der Erde genießen.
Zur Mittagspause glänzte Verena mit einem reichgedeckten Tisch. Für Saarländer gibt es nämlich nichts Schlimmeres, als dass das Essen nicht reicht. Verena hat mit viel Liebe und Enthusiasmus diesen Tag organisiert, da hat sie auch das tolle Wetter, das wir hatten verdient. Die Atmoshpäre war entspannt, alle haben sich gut verstanden, die Pferde haben IMGP3503zusammengepasst. Für unsere Paddocks hätten wir uns über mittag ein bisschen mehr Schatten gewünscht, aber den Tieren schien es nichts auszumachen, denn es windete ein wenig
Am Nachmittag wurde das am Morgen Gelernte vertieft und um wichtige Aufgaben erweitert: von der Gruppe außer Sichtweite galoppieren und ganz zum Schluss, jeder für sich, seinen eigenen, seinen Fähigkeiten angepassten Parcour.
Heidi kann sich hervorragend auf jedes Reiter- und Pferdepaar einstellen. Die Pferde hatten sichtlich Freude an der Aufgabe, die wachen Gesichter und aufmerksamen Öhrchen sprachen Bände. Auch mein Highlandpony, mit der Kleinste in der Gruppe und der Jüngste schien stolz auf sein Können und genoss das Lob. Ich denke, jeder von uns hat wichtige Erkenntnisse für sich mit nach Hause genommen. Hindernisse sind nicht mehr so schrecklich, wir wissen wie man das Pferd hinbringt, wir haben mehr Erfahrung darüber, was uns nach dem Sprung erwartet. Die Sprünge waren nicht hoch, es geht nicht um Rekorde und die Pferdegelenke sollen geschont bleiben aber die Technik konnten wir gut einüben. Ich hoffe auf einen weiteren Geländekurs im nächsten Jahr, denn so ideale Geländebedingungen hat der Normalo-Freizeitreiter nicht.
Nochmals vielen Dank an Verena und Heidi! 

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Aktualisiert (Sonntag, den 25. Juli 2010 um 17:17 Uhr)